{"id":439,"date":"2007-12-21T10:59:00","date_gmt":"2007-12-21T09:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/psychiatrie-in-berlin.de\/vpsg\/?p=439"},"modified":"2021-01-26T11:14:03","modified_gmt":"2021-01-26T10:14:03","slug":"aufbruchstimmung-in-berlin-fachtagung-zur-ambulanten-integrierten-versorgung-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/psychiatrie-in-berlin.de\/vpsg\/aufbruchstimmung-in-berlin-fachtagung-zur-ambulanten-integrierten-versorgung-in-berlin\/","title":{"rendered":"Aufbruchstimmung in Berlin: Fachtagung zur ambulanten Integrierten Versorgung in Berlin"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"170\" height=\"130\" src=\"http:\/\/psychiatrie-in-berlin.de\/vpsg\/wp-content\/uploads\/20071221_194743_Podiumsdiskussion.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-443\"\/><figcaption>Diskussion im gro\u00dfen Saal des Harnack-Hauses<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zum Thema \u201ePsychiatrische Integrierte Versorgung in Berlin &#8211; Implementierung und Weiterentwicklung&#8220; fand am 2.11.07, organisiert vom Verein f\u00fcr Psychiatrie und seelische Gesundheit, eine Fachtagung mit ca. 150 Teilnehmern im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem statt. Inhaltlich getragen wurde die Veranstaltung von Vertretern aller im ambulanten Versorgungsnetz T\u00e4tigen unter Erg\u00e4nzung von Vertretern des klinischen Bereiches und Vertretern der Krankenkassen.<br>Die Veranstaltung war schon fr\u00fchzeitig ausgebucht und gut sp\u00fcrbar war allenthalben eine Aufbruchstimmung. Diese kam auch in den Gru\u00dfworten von Herrn Zechert vom Dachverband Gemeindepsychiatrie, der breite Unterst\u00fctzung f\u00fcr das IV-Konzept signalisierte, von Frau Dr. Hauth vom Referat Integrierte Versorgung der DGPPN sowie in den Gru\u00dfworten der Angeh\u00f6rigenvertreterin Frau J. Cramer und des Betroffenenvertreters Herrn R. Wojke zum Ausdruck.<br>Nach den einleitenden Gru\u00dfworten hielt Dr. M\u00f6nter einen motivierenden Vortrag zur IV-Philosophie. Die Kernbotschaft war, vom Denken in institutionalisierten Grenzen wegzukommen hin zu dem, was funktional aus Sicht der Betroffenen sinnvoll ist. F\u00fchrend m\u00fcsse der ambulante Bereich mit seinen heute bei weitem nicht ausgesch\u00f6pften Behandlungsm\u00f6glichkeiten sein. Kommunikation, Vernetzung und Beziehung sind die entscheidenden neuen Aspekte einer sich ganzheitlich verstehenden Versorgungskonzeption.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"170\" height=\"130\" src=\"http:\/\/psychiatrie-in-berlin.de\/vpsg\/wp-content\/uploads\/20071221_180021_IV-Pioniere.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-442\"\/><figcaption>IV-Initiatoren aus Niedersachsen v.l.: Dr. Walle, R. Beneke (DAK), G. Holler<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Sehr viel Anerkennung gab es f\u00fcr Herrn Gerd Holler, der als einer der V\u00e4ter des auch in Berlin praktizierten IV-Modells zu bezeichnen ist, als er noch einmal die Chancen von ambulanter integrierter Versorgung darstellte und den langen Weg der Modellentwicklung in Niedersachsen hin zu dem jetzigen IV-Modell skizzierte. Dabei wies er auch auf die beispielhaft gute Kooperation mit der DAK hin, die mit ihrem wegweisenden IV-Vertrag einen Dammbruch im Hinblick auf eine bessere ambulante Versorgung psychiatrischer Patienten erm\u00f6glicht hat, zun\u00e4chst in Niedersachsen und jetzt auch in Berlin-Brandenburg. Die Erl\u00e4uterungen zu den IV-Vertr\u00e4gen von Herrn Beneke von der DAK Niedersachsen und von Frau Walczak und Frau Gussek von der DAK Berlin-Brandenburg zeigten, wie ernst es den Krankenkassen ist, sich der Verbesserung der psychiatrischen Versorgung anzunehmen.<br>In Berlin nehmen seit Anfang 2007 jetzt knapp 50 Psychiaterpraxen an der IV teil; die Zahl teilnehmender Patienten liegt bereits weit \u00fcber 100.<br>Schon im Juli 2007 hat sich die Hamburg M\u00fcnchner Krankenkasse dem DAK-Vertrag angeschlossen.<br>Da\u00df auch die Klinik innerhalb einer auf die ambulante Versorgung ihren konstruktiven Part spielen kann, wurde deutlich im Vortrag von Prof. Stoffels, der f\u00fcr die Berliner Schlosspark-Klinik schon im April diesen Jahres einen Klinik-Kooperationsvertrag mit dem Verein abgeschlossen hat (mittlerweile von 3 weiteren Kliniken unterzeichnet).<br>Besondere Beachtung fand Herr PD Dr. B\u00e4uml, der Vater der Psychoedukation, der explizit den Ansatz begr\u00fc\u00dfte, Psychoedukation als integralen Bestandteil eines innovativen ambulanten Versorgungsansatzes zu sehen. Psychoedukation und davon ausgehend der Einbezug der Betroffenen in Therapieentscheidungen und die St\u00e4rkung von Bew\u00e4ltigungsstrategien ist zentraler Baustein der hier diskutierten integrierten Versorgung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"170\" height=\"130\" src=\"http:\/\/psychiatrie-in-berlin.de\/vpsg\/wp-content\/uploads\/20071221_194743_Arbeitsgruppe1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-441\"\/><figcaption>Workshop<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Problem der Vernetzung innerhalb des innovativen ambulanten IV-Ansatzes wurde in einer Reihe von Workshops abgehandelt. Es gab eigene Workshops zur Soziotherapie und zur ambulanten psychiatrischen Fachpflege, beides Therapieans\u00e4tze, die eine tragende S\u00e4ule dieses ambulanten IV-Ansatzes darstellen.<br>Die Hoffnung auf eine rasche, fl\u00e4chendeckende Realisierung der Integrierten Versorgung war Grundtenor eines Expertenworkshops, an dem Vertreter aus allen Bereichen der psychiatrischen Versorgung in Berlin, der Krankenkassen und der Politik teilnahmen und der von Herrn Reichwaldt, Vereinsmitglied und langj\u00e4hriger Wegbegleiter der Modellentwicklungen in Niedersachsen moderiert wurde.<br>In weiteren Workshops wurden u.a. die Schnittstellenproblematik im Hinblick auf die Sozialpsychiatrischen Dienste, die Haus\u00e4rzte und den klinischen Bereich, der Einbezug der Psychotherapie in die IV und spezifische Erkrankungsbilder im Hinblick auf die neuen M\u00f6glichkeiten der ambulanten Langzeitversorgung an Hand der M\u00f6glichkeiten der DAK IV-Vertr\u00e4ge diskutiert.<br>Von den etablierten IV-Praxen in Niedersachsen kam Unterst\u00fctzung durch Dr. Munzel und Dr. Hamann-Roth und Dr. Walle, der die weitreichendsten Praxiserfahrungen mit diesem Modell hat.<br>Es wurde deutlich, dass mit der Implementierung eines innovativen ambulanten Versorgungssystems wichtige Ziele psychiatrischer Reformbem\u00fchungen in greifbare N\u00e4he ger\u00fcckt sind. Dies gelingt durch eine fundamentale St\u00e4rkung der ambulanten Behandlung der klassischen psychiatrischen Erkrankungen mittels eines ambulanten Behandlungsteams, das im Wesentlichen aus dem niedergelassenen Facharzt und der aufsuchenden ambulanten Fachpflege besteht. Die Facharztpraxis entwickelt sich so zu einer so genannten Leitstelle, in der alle notwendigen Interventionen koordiniert werden im Hinblick auf die Langzeitbehandlung von chronischen oder von Chronizit\u00e4t bedrohten psychiatrischen Langzeiterkrankungen. Neben dem fach\u00e4rztlich verantworteten Gesamtbehandlungsplan erscheinen die Soziotherapie. und die ambulante Fachpflege mit dem Schwerpunkt auf Beziehungsarbeit als die entscheidende Interventionsstrategie.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss noch einige Bemerkungen zum Sozialpsychiatrischen Dienst, dem der Autor dieses Berichtes angeh\u00f6rt. Kommunale Aufgaben und die Aufgaben des SpD lassen sich synergistisch zu diesem Modell verstehen. Gerade in der Aufgabenteilung in Krisen- und Notsituationen oder in der Betreuung von sehr chronischen Erkrankungen sind gemeinsame Ans\u00e4tze notwendig. Kommune und Gesundheits\u00e4mter m\u00fcssen als externes Netzwerk an das sich neu entwickelnde ambulante Versorgungssystem gekoppelt werden und wir alle m\u00fcssen gemeinsam daf\u00fcr Sorge tragen, dass aus der zarten Pflanze ein pr\u00e4chtiger Baum mit vielen Jahresringen wird.Das vollst\u00e4ndige Tagungsprogramm finden Sie <a href=\"http:\/\/psychiatrie-in-berlin.de\/vpsg\/wp-content\/uploads\/fachtagung_IV_pib_07.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> (pdf)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Teilnehmerliste und aktuelle Informationen zur Integrierten Versorgung finden Sie <a href=\"http:\/\/psychiatrie-in-berlin.de\/vpsg\/iv-pibb\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(Autor: Dr. D. Gagel -Text gek\u00fcrzt- )<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Thema \u201ePsychiatrische Integrierte Versorgung in Berlin &#8211; Implementierung und Weiterentwicklung&#8220; fand am 2.11.07, organisiert vom Verein f\u00fcr Psychiatrie und seelische Gesundheit, eine Fachtagung mit ca. 150 Teilnehmern im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem statt. 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